Was haben meshcore und meshtastic mit Notkommunikation zu tun?
Der Strom fällt landesweit oder in (großen) Teilen des Landes aus. Internet funktioniert nicht mehr und Mobilfunk funktioniert auch nicht mehr. Wie kann nun noch über längere Distanzen kommuniziert werden?
Der klassische (CB) Funker könnte noch mit anderen Funkern kommunizieren (kennst Du 'nen Funker?)
BOS Funk sollte auch noch funktionieren. BOS? Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (Polizei, Zoll, Bundeswehr, Feuerwehr, THW, etc).
Aber sonst? Wie kommunizieren wir mit unseren Verwandten am anderen Ende Deutschlands? Wie erreichen wir die Familie wenn wir beruflich unterwegs sind?
Noch mal kurz zum Anfang:
Warum sollte das Internet ausfallen oder Mobilfunk nicht mehr funktionieren?
Es ist tatsächlich nicht unwahrscheinlich, dass so etwas passieren kann. 2021 im Ahrtal wurden einige Mobilfunkstation beschädigt und funktionierten nicht mehr.
Der Mobilfunk war tagelang in einigen Bereichen nicht möglich oder zumindest stark eingeschränkt. Auch daraus haben die Mobilfunkbetreiber wohl gelernt und das Netz verbessert dennoch zeigt es: Es ist möglich (das Internet und Mobilfunk nicht zur Verfügungstehen).
Internet und Festnetz zu Hause sind natürlich (im Regelfall) auf das Funktionieren des regulären Stromnetzes angewiesen und Stromausfälle sind gar nicht so selten. Erst im April 2025 gab es in Portugal und Spanien einen landesweiten Stromausfall.
September 2025 waren zehntausende Berliner von einem Stromausfall betroffen, der ca 3 Tage andauerte!
Update 3.Januar 2026:
Erneut sind zehntausende (!) Berliner ohne Strom und Internet. Die Stromversorgung wird voraussichtlich erst in einigen Tagen wieder sichergestellt sein
Der Mobilfunk war in dieser Zeit ebenfalls beeinträchtigt.
Nun muss ich gestehen, dass ich auch erst dachte "Na gut, dann funktioniert Mobilfunk halt mal nicht! Na und!?"
Aber letztendlich sind wahrscheinlich die meisten mittlerweile so abhängig von der ständigen "Fernkommunikationsbereitschaft", dass man sich ganz, ganz schnell Sorgen machen würde, wenn man nicht mal eben zu Hause nachfragen könnte ob alles in Ordnung ist. Oder, wenn man nicht mal eben schnell die Oma "anfunken" kann um zu klären ob sie zu Hause ist und es ihr gut geht.
Was oder wer kann mit meshcore oder meshtastic erreicht werden?
Da kommen wir nun zur Theorie und zum aktuellen Stand der Dinge:
Theoretisch kann man jeden meshcore/meshtastic Empfänger erreichen, der auf dem Landwege (+ 20-30(?)km Entfernung) zu erreichen ist!
Wenn denn "alle 10km" ein Repeater stehen würde...
Da hinter meshcore und meshtastic aktuell (und wahrscheinlich auch in Zukunft) im Regelfall nur Einzelpersonen stehen, welche die Idee, die Vision eines unabhängigen Kommunikationsnetzes verfolgen, gibt es niemanden der "auf einen Schlag" eine riesige Investition tätigt und großflächig tausende Repeater, deutschlandweit, installiert und betreibt, für ein kostenfrei zu nutzendes Kommunikationsnetzwerk.
Wir einzelnen müssen selber tätig werden und die Theorie Wirklichkeit werden lassen!
Ja, das klingt nicht wirklich Erfolg versprechend, so etwas hat noch nie funktioniert...
Aber: Selbst im kleinen Kreis, mit Nachbarn, Freunden und der Familie kann man erstmal ein kleines, lokales Netz aufbauen und nutzen.
Und dann, Stück für Stück können sich kleine Netzwerke mit anderen kleinen Netzwerken verbinden und früher oder später können auch Einheiten Kontakt zu einander aufbauen die zig- oder sogar hunderte Kilometer voneinander entfernt sind.
Notkommunikation via meshcore oder meshtastic realisieren, wie kann das funktionieren?
Der dezentrale Ansatz bzw. das über weite Flächen verteilte Netz (mesh) an (individuell betriebenen) Repeatern ermöglicht die Kommunikation da alle Repeater für sich autark als "Insel" betrieben werden.
Sollte ein Repeater beschädigt oder zerstört werden (Unwetter, Vandalismus o.ä.) lässt sich sehr schnell ein neuer Repeater installieren. In der Größe eines (Kinder) Schukartons nimmt ein Repeater kaum Platz ein und kann nahezu überall eingelagert werden.
Hamburg, 17.Januar 2026:
Ich war heute mit einem Seeed Studio SenseCAP T1000-E Tracker in Hamburg. Der Tracker befand sich in einer Jackentasche im Flur einer Altbauwohnung im Erdgeschoss.
Da hatte ich bereits 12 nodes erreicht davon 8 repeater.
Als ich draußen unterwegs war, hatte ich schnell über 40 nodes und die Karte zeigte mir:
Ganz Hamburg ist abgedeckt!
Das fand ich schon sehr(!)beeindruckend!